DeineStadtklebt: „In vielen herkömmlichen Druckprodukten stecken zahlreiche tierische und umweltbelastende Bestandteile“

Paul Kündiger, Foto: DeineStadtKlebt.de

Immer mehr Firmen entscheiden sich dafür Verantwortung für Tiere und Umwelt zu übernehmen. Teil einer möglichst nachhaltigen Wirtschaftsweise ist es auch, bei der Beschaffung von Büro- und Werbematerial vermehrt auf Nachhaltigkeit zu setzen. Paul Kündiger, Geschäftsführer der Online Druckerei DeineStadtKlebt.de, hat uns verraten, was man mit veganen Aufklebern besser macht.

Hallo Paul, stell dich doch mal vor. Wie bist du zu DeineStadtKlebt gekommen?

DeineStadtKlebt kommt eigentlich aus dem Musikbereich. Mein damaliger Geschäftspartner Gregor und ich hatten ein Plattenlabel (Hauptstadtader) mit einem ziemlich erfolgreichen Track namens  „Deine Stadt lebt“. U.a. haben wir auch Studiostunden an Bands verkauft. Die Einnahmen waren jedoch überschaubar, so dass wir uns überlegt haben, was wir den Musikern und Bands neben der Musik noch zusätzlich anbieten können. Nach ein paar Jahren haben wir uns dann dem Drucksegment und speziell dem Aufkleber-Druck zugewandt, denn die Nachfrage nach Stickern war schon damals groß! An den recht erfolgreichen Titel des Songs „Deine Stadt Lebt“ mit Damion Davis und SirQLate von damals angeknüpft, wurde unser Onlineshop DeineStadtKlebt getauft.

Inzwischen drucken wir fast ausschließlich und machen kaum noch Musik. Den Track kennen nur noch die wenigsten, aber die Marke DeineStadtKlebt.de ist geblieben und noch immer eng mit der Hip-Hop und Musikszene verbunden. Über die Jahre sind wir immer mehr gewachsen und aus unserem 2-Mann-Betrieb ist ein Team aus über 20 Mitarbeitern entstanden. Das ist die Geschichte in Kurzfassung.

Eure veganen Aufkleber sind jetzt mit dem V-Label lizenziert. Was bedeutet das? Sind Aufkleber nicht immer vegan?

Nein, leider nicht. Viele Produkte auf dem Markt halten wir ganz selbstverständlich für frei von tierischen Inhaltsstoffen, so ist es auch sicher bei Aufklebern. Schaut man genauer hin, ist die Überraschung groß, welche tierischen Bestandteile in so manchen Produkten zu finden sind. Auch bei der Aufkleberproduktion werden in der Regel tierische Bestandteile verwendet: Horn- und Knochenreste von Tieren zum Beispiel, um den Weißgrad für das Trägerpapier zu erhöhen. Die Silikonschicht von fast allen Etiketten- und Aufklebern basieren zudem auf dem Milchprotein Kasein.

Auch bei Produkten, die als vegan oder vegetarisch beworben werden, lohnt sich genaueres Hinsehen: Entgegen des Werbeversprechens kommen oft bereits in der Herstellung und Forschung tierische Zusatzstoffe zum Einsatz, die hinter E-Nummern versteckt werden. Gesetzlich sind die Begrifflichkeiten nämlich nicht definiert oder geschützt. Firmen können also ihre Produkte als vegan oder vegetarisch bewerben, obwohl doch tierische Bestandteile in der Herstellung oder Entwicklung zum Einsatz kommen. Das sorgt natürlich für Unsicherheit bei Verbrauchern.

Diese Unklarheit wollten wir unseren Kunden nehmen und stattdessen garantieren, dass unsere Aufkleber tatsächlich den Titel „vegan“ und „tierleidfrei“ tragen dürfen. Deswegen ließen wir als erste Druckerei in Europa unsere Aufkleber mit dem V-Label lizenzieren. Bei der Lizenzvergabe wurden all unsere Inhaltsstoffe, auch die der Zulieferfirmen auf tierleidfreie Inhaltsstoffe überprüft. Das Qualitätssiegel ist somit eine verlässliche Einkaufshilfe auf dem Veggie-Markt.

Foto: DeineStadtKlebt.de

Vegane Produkte, die bewusst als solche hergestellt und vermarktet werden, sind in der Werbemittelwelt ja nicht so üblich. Wann und wie kamt ihr auf die Idee?

Anfangs wussten wir selbst auch nicht, dass Aufkleber meist tierische Bestandteile enthalten. Bis uns ein Kunde explizit nach den Bestandteilen gefragt hat, ob diese denn auch vegan seien. Der Sache sind wir dann auf den Grund gegangen. Das war Anfang 2015. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine veganen Aufkleber auf dem Markt. Der Vegan-Trend war zu dieser Zeit noch nicht so groß wie heute, aber es war uns auch ein persönliches Anliegen tierleidfrei zu produzieren. Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, bei den Fabriken und Herstellern nachzuforschen, ob es nicht bessere komplett vegane Alternativen gibt.

War es schwierig an geeignete Rohstoffe für die vegane Produktion zu gelangen?

Ja auf jeden Fall. Die größte Herausforderung war es überhaupt einen Hersteller zu finden, der transparent genug war, seine Inhaltsstoffe zu benennen. Oft erhielten wir gar keine Rückmeldung. Erst als wir nach Inhaltsstoffen gefragt haben, die nicht im Produkt enthalten sind, kam entsprechendes Feedback. Die nächste Schwierigkeit war, einen Hersteller zu finden, der uns die Zertifizierung ausstellt, dass keine tierischen Inhaltsstoffe bei der Entwicklung, Produktion oder Anwendung zum Einsatz kommen. Wir wurden aber nach langem Suchen doch noch fündig. Von der Recherche bis zur Entwicklung hat es dann noch etwa 6 bis 9 Monate gedauert bis wir 2015 folglich die erste Druckerei in Deutschland waren, die wirklich tierleidfreie und somit vegane Aufkleber mit ins Produktsortiment aufgenommen hat.

Vegane Aufkleber, VeggieWorld Motive, Foto: DeineStadtKlebt.de

Ist das Kriterium „vegan“ nur für vegan lebende Verbraucher ein Verkaufsargument oder sprecht ihr damit auch andere Zielgruppen an? Sind euch neben „vegan“ noch andere Merkmale wichtig?

Mit den umweltfreundlichen und veganen Aufklebern sprechen wir auch Kunden mit ökologischem Bewusstsein an, die Wert auf Nachhaltigkeit und Qualität setzen. Wir haben festgestellt, dass der Markt für vegane Aufkleber und Etiketten sehr eng mit dem Bewusstsein für Klima, Natur und Umwelt verknüpft ist. Auch dank Bewegungen wie Fridays for Future rücken diese Themen immer mehr in die Öffentlichkeit und es steigt die Bereitschaft für ökologisch wertvollere und tierleidfreie Produkte etwas mehr zu investieren. Ich erinnere mich noch, wie sich früher Veganer oder „Ökos“ noch für Ihren Lifestyle rechtfertigen mussten. Heute ist ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein fast selbstverständlich und Menschen mit einer bewussten Lebenseinstellung gelten als Vorbild. Über diesen Trend sind wir natürlich sehr glücklich. Auch wir engagieren uns seit vielen Jahren über diverse Partnerschaften und Aktionen für den Tier- und Umweltschutz, sowie für ein soziales Miteinander. Vereine, NGOs oder Projekte, die sich mit einem nachhaltigen Thema beschäftigen, erhalten von uns Unterstützung. Wir finden immer wieder Wege, wie wir als Druckdienstleister supporten können.

Auch die Herstellung und Lieferung erfolgt bei uns nach dem Gebot der Umweltfreundlichkeit.
Anders als bei vielen anderen großen Online-Druckereien, sind unsere Produktionsstandorte in Berlin und wir beziehen 100 % Ökostrom. So haben wir kurze Produktionswege und optimal geplante Arbeitsabläufe, um Energie und Ressourcen zu sparen und optimal zu nutzen. Durch den Sammeldruck lässt sich die Umweltbelastung bei der Produktion verringern, da der Platz auf den Druckbögen maximal genutzt wird und nur eine geringe Menge Papier im Abfall landet. Standardmäßig versenden wir unsere Ware über den klimaneutralen Versand von DHL GoGreen. Mit dem GoGreen Programm von DHL werden entstehende Emissionen beim Versand durch verschiedene Klimaschutzprojekte ausgeglichen und stetig reduziert. Somit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Für unsere Kunden entstehen durch dieses Umweltschutzprogramm der Deutschen Post keine Mehrkosten, da der Versand unserer Ware innerhalb Deutschlands kostenlos ist. Das alles sind Merkmale, auf die wir und die Kunden großen Wert legen.

Plant ihr das vegane Sortiment zu vergrößern oder sogar irgendwann nur noch vegane Produkte anzubieten? 

Ja, auf jeden Fall. Aktuell haben wir im Shop ein sehr vielfältiges Produktsortiment von klassischen Aufklebern über Fahrzeugbeschriftungen, Fußbodenaufkleber, Rollenetiketten bis hin zu Werbemitteln wie Flyern, Postkarten, Bannern oder Broschüren. Die Produkte setzen sich jeweils aus verschiedenen Materialien, Papieren, Klebstoffen, Druckfarben, Veredelungen und Lacken unterschiedlicher Hersteller und Lieferanten zu einem Endprodukt zusammen. Bisher stand da vor allem die Qualität der Produkte im Fokus.
Wir sehen aber auch, dass die Nachfrage nach umweltfreundlichen und veganen Druckprodukten immer größer wird. Wir stellen uns der Herausforderung, langfristig die Zusammensetzung der Produkte auch auf den umweltfreundlicheren und tierleidfreien Aspekten auszuweiten und rein pflanzlich zu drucken. Wir treten daher vermehrt mit unseren Lieferanten in Kontakt und lassen unsere Materialien auf die Anforderungen der Kunden prüfen und im Zweifelsfall auch Nachweise schicken.
Wir hoffen natürlich sehr, dass die Fortschritte in der Forschung, Entwicklung und Produktion bald standardmäßig so weit sind, dass man gänzlich auf tierische Inhaltstoffe verzichten kann und wir weiterhin den qualitativen Ansprüchen gerecht werden. Die veganen Aufkleber aus unserem Sortiment zum Beispiel stehen herkömmlichen Aufklebern in Sachen Klebkraft, Haltbarkeit, Lichtechtheit oder Bedruckbarkeit in nichts nach. Die Umstellung auf gänzlich frei von tierischen Inhaltsstoffen ist aber von Produkt zu Produkt unterschiedlich leicht umzusetzen und bedarf einer umfangreichen Recherche, Forschung und Entwicklung und natürlich auch der nötigen Transparenz der entsprechenden Hersteller und Lieferanten. Unser Ziel ist jedoch klar: Zukünftig möglichst tierleidfrei und so umweltschonend wie möglich zu produzieren und unsere Produktionsabläufe dahingehend weiter auszurichten und zu optimieren.

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* Dieser Post ist im Rahmen einer Netzwerkpartnerschaft mit DeineStadtKlebt entstanden und enthält unbezahlte Produktplatzierungen/Verlinkungen.