Doch nicht vegan? Versteckte tierische Substanzen in Lebensmitteln

© WavebreakMediaMicro / Fotolia

Für alle Veganer ist es wichtig Zutaten von Lebensmitteln genau zu überprüfen – ganz schön blöd, dass es da eine Gesetzeslücke gibt, die das entscheidend behindert.

Das Hauptproblem: Die Begriffe „vegan“ und „vegetarisch“ sind lebensmittelrechtlich nicht genau definiert. Dafür müssten die Verbraucherministerinnen und -minister der Bundesländer die Rechtsverbindlichkeit von den Definitionen einführen. Sie haben sich zwar im April 2016 schon auf eine gemeinsame Definition der Begriffe „vegan“ und „vegetarisch“ geeinigt, aber das bedeutet nicht, dass aktuell als solche beworbene Produkte wirklich tierfrei sein müssen.

Wenn ihr ganz sicher gehen wollt, dass ihr rein vegane Lebensmittel kauft, achtet auf die Kennzeichnung. Hier haben wir schon einmal die bekanntesten Gütesiegel für euch zusammengestellt.

Foodwatch hat Ende 2017 auf viele Tricksereien der Lebensmittelindustrie hingewiesen und fordert das die Inhaltsstoffe viel genauer deklariert werden müssen. Hier verraten wir euch einige davon.

Diese tierischen Substanzen werden in folgenden Lebensmitteln versteckt

Mehl: Auszüge von Schweineborsten

Häufig wird in Bäckereinen das Mehlbehandlungsmittel „L-Cystein“ eingesetzt, um den Teig besser verarbeiten zu können. Dieses Mittel wird zum Beispiel aus Schweinsborsten oder Federn gewonnen.

Saft und Wein: Gelatine zur Klärung

Einige Getränkehändler (zum Beispiel Albi oder Sachsen-Obst) filtern mit Gelatine Trübstoffe aus ihren Säften. Bei Apfelsäften und Apfelschorlen fand Foodwatch im Markencheck heraus, das noch etwa ein Drittel der überprüften Produkte Schweinegelatine enthält. Auch bei einigen Wein-Herstellern ist dieser Vorgang üblich.

Verbraucherproteste haben allerdings schon dafür gesorgt, dass zum Beispiel Marken wie Valensina oder Granini inzwischen auf Gelatine verzichten, welches sowohl zur Klärung von Säften als auch im Fall von Valensina als Trägermittel für Vitamine genutzt wurde.

Beliebte Knabber-Snacks: tierische Aromen und Zusatzstoffe

Viele von euch machen bereits einen Bogen um die E-Nummern in der Zutatenliste. Zu Recht: Hinter diesen Zusatzstoffen können sich tierische Produkte verbergen, genauso wie hinter dem Begriff Aroma. So wird beispielsweise die E-Nummer „E 120d“, auch als „echtes Karmin“ oder „Cochenille“ deklariert, aus Scharlach-Schildläusen gewonnen – dabei handelt es sich um einen weitverbreiteten Farbstoff. Und das ist nur eines von einigen Beispielen:

  • E120 – Cochenille
  • E901 – Bienenwachs
  • E904 – Schellack
  • E913 – Lanolin / Wollwachs

Vitamin-Präparate: tierischen Ursprungs

Vitamine in dieser Liste können vegan, aber auch tierischen Ursprungs sein:

  • Vitamin A (Retinol) von Eigelb, Butter oder Fisch-Lebertran (zum Beispiel Haifisch-Lebertran)
  • Vitamin B-Komplex-Faktor (Panthenol) von Tier-Leber
  • Vitamin D3 (Cholecalciferol) von Fischlebertran oder Lanolin (Wollfett)
  • Vitamin H (Biotin) von Milch und / oder Krebspanzern

Was wir gegen tierische Inhaltsstoffe in eigentlich tierfreien Lebensmitteln tun können?

Nicht aufhören, an die Lebensmittel-Firmen zu adressieren, dass wir damit nicht einverstanden sind! Je mehr von uns sich an die Hersteller wenden und zum Umdenken auffordern, desto schneller wird sich etwas verändern. Lasst uns dranbleiben!