Mindful Women – Stina Spiegelberg im Interview

© Katharina Till

Stina Spiegelberg hat sich über die vegane Szene hinaus einen Namen als TV-Köchin und Kochbuch-Autorin gemacht.
Jetzt hat sie gemeinsam mit einer Freundin ein tolles neues Projekt gestartet und erzählt uns im Interview mehr darüber:

Hallo Stina, stell dich doch mal vor.

Hi, ich bin Stina Spiegelberg, TV-Köchin, Autorin von 8 Kochbüchern und Vegan-Coach für Kulinarik. Meine Passion gilt der bio-veganen Ernährung und dem Yoga. Nachdem ich 2010 einen der ersten deutschen Vegan-Blogs gegründet habe und 2013 mein erstes Kochbuch schrieb, kündigte ich meinen Job in der IT und startete in die Selbstständigkeit.

Ich verbinde meine Weiblichkeit mit Tatkraft und habe bereits 2016 das Plant Based Institute mitgegründet. Mit Coachings und im Fernsehen setze ich mich für Themen der Nachhaltigkeit und eine bewusste Ernährung ein.

Worum geht es bei eurem neuen Projekt „Mindful Women“?

Gemeinsam mit Sylvie Tittel, einer großartigen Freundin und minimalistischen Grafikdesignerin, habe ich im vergangenen Jahr Mindful Women gegründet. Mit diesem Netzwerk verbinden wir Frauen mit grünen Gedanken für nachhaltige Projekte. Wir bestärken Frauen einfach mal mutig zu sein, geben ihnen Anreize und schaffen Raum für ehrlichen Erfahrungsaustausch.

Unser Magazin ist kostenlos online erhältlich. Darin stellen wir 10 Frauen vor, die ihre Träume verwirklichen, ehrlich über Höhen und Tiefen sprechen und von der Studentin bis zur Politikerin Inspiration schenken, sich für die eigenen Werte einzusetzen. Unsere Vision: Eigene Stärken erkennen und mit idealistischen Ideen unsere Welt gestalten.


                                                                                     © Katharina Till

Wie seid ihr auf den Gedanken zu „Mindful Women“ gekommen?

Ich lebe seit 11 Jahren vegan und durfte in dieser Zeit so großartige, nachhaltig denkende Frauen kennen lernen, die Tag für Tag mit großen und kleinen Taten etwas bewegen. Frauen, die für das einstehen, woran sie glauben, einfach mal machen und kein „Nein“ akzeptieren.

Leider stellen einige Frauen noch viel zu oft ihr Licht unter den Scheffel und erkennen ihren eigenen Wert nicht. Ich habe selbst im vergangenen Jahr eine Möglichkeit gesucht mich auszutauschen. Ein Netzwerk, in dem ich andere Frauen durch meine Erfahrungen bereichern kann, Rat finde und wir die Welt in der Gemeinschaft nachhaltig formen können.

Viele Netzwerke sind allerdings entweder feministisch oder wissenschaftlich nachhaltig geprägt und es gibt wenige Überschneidungen. Als ich meine Gedanken mit den Frauen in meinem Umkreis teilte, war die Resonanz überwältigend und ich wusste, das ist etwas, das wir gerade brauchen. Ein Netzwerk, das Frauen in Mitteleuropa aufblühen lässt um ihre Wunder in der ganzen Welt zu vollbringen.

Man ist eine „Mindful Woman“, wenn …

… man sich im weitesten Sinne mit Nachhaltigkeit beschäftigt. Das kann die Ernährung sein, Zero Waste, tierfreundliche Alternativen, Recycling und Upcycling, Minimalismus, fairer Handel, Fair Fashion, und und und.

Den Themen sind keine Grenzen gesetzt, was zählt, ist die innere Einstellung und der Wunsch etwas verändern zu wollen. Alle Frauen in diesem Netzwerk sind auf der Suche. Nach Vernetzungsmöglichkeiten, Projekten, Partnern für die Realisierung, Erfahrungen und Inspiration. Wir tragen alle das ein oder andere davon in uns und durch das Teilen können wir anderen Frauen in ihrer Situation genau das weitergeben, was sie gerade brauchen.


                                                      © Katharina Till

Was begeistert dich am meisten an dem Projekt?

Die Authentizität. Wenn wir uns umschauen, ob in Social Media oder Magazinen, dem Fernsehen oder auf Werbeplakaten. Nichts ist mehr echt. Alles schreit nach Werbung und vermittelt nur bruchstückhafte Highlights aus dem vermeintlichen Leben anderer.

Dein Leben, dein Beruf oder auch dein Projekt ist aber ein ständiger, dynamischer Prozess, eine Berg- und Talfahrt. Das gehört dazu. Aus Fehlern lernen wir, werden stärker und wachsen. Ich möchte meine Talfahrten nicht missen, denn ohne diese stünde ich heute nicht da, wo ich bin. Aber es ist wichtig, diese Reise ehrlich zu kommunizieren.

Zu wissen, dass es normal ist, dass nicht alles glatt läuft, dass gründen und für seine Ideen einstehen, nicht immer einfach ist, es sich aber lohnt. Gerade für Gründerinnen und Menschen, die sich heute noch nicht trauen etwas anzugehen, weil sie Angst vor dem vermeintlichen Versagen haben.

Das ist in unserem Kulturkreis sehr verbreitet, in anderen Ländern ist Versagen im unternehmerischen Kontext nicht existent und vor allem nicht persönlich gekoppelt. Man lernt aus etwas und es geht weiter. Gemeinsam, mit Rückhalt und einem Netzwerk.

Euer Ziel ist es, durch mehr Austausch und Weiterentwicklung die Welt zu gestalten. Was sind ganz konkrete Ansätze?

Als ersten Schritt habe wir unser Mindful Women Magazine herausgebracht, in dem wir 10 Frauen, großartige Berichte und Empfehlungen teilen.

Unser Motto ist dabei: Es kommt nicht auf die Größe deines Projektes an, sondern darauf, wie sehr dein Herz daran hängt. Vor wenigen Wochen fand gemeinsam mit der Messe Stuttgart unser Launch Event statt. Ein Get Together mit großartigen Frauen und einem ehrlichen Austausch. Kein Small Talk. Wahre Gesprächsinhalte, Inspiration, Ideen und Interessen wurden geteilt und Pläne geschmiedet.

Unsere Mitglieder bekommen neben den Events online die Möglichkeit, sich über die Mitgliederkartei auszutauschen (geschützter Bereich). Wer daran Interesse hat, kann sich gerne an uns wenden strong@mindful-women.com.

Die Events werden über das Jahr fortgeführt, im Herbst wird ein weiteres Get Together stattfinden. Wir sind voller Vorfreude, welche großartigen Projekte in der Zukunft entstehen.


                                                                                                 © Katharina Till

Wenn du mal träumst: Wo geht es hin mit den „Mindful Women“?

Mindful Women ist das erste europäische Netzwerk, das Weiblichkeit und Nachhaltigkeit verbindet. Wir wünschen uns, dass wir durch Fördermittel und engagierte Frauen viele Unternehmerinnen inspirieren und bestärken können, um ihre eigenen Projekte voller Tatkraft umzusetzen. Mentoring, Stipendien für Fortbildungen, Mikrokredite und Förderprogramme sind für uns eine Vision.

Für die erste Ausgabe unseres Magazins hatten wir das große Glück mit der Umweltdruckerei für eine gedruckte Auflage zusammenarbeiten zu dürfen. Ein Magazin, das für jeden verfügbar ist, wäre eine schöne Weiterentwicklung.

Wann findet das nächste Event statt und wie oft erscheint euer Magazin?

Das nächste Get Together wird in Kooperation mit der Messe Stuttgart Ende November stattfinden, wir planen auch Diskussionsrunden und Panel.

Unser Magazin ist kein saisonales Produkt. Es ist mehr wie ein Buch. Etwas das man gerne verleiht, immer wieder aus dem Schrank holt, neu entdeckt und durch die verschiedenen Lebenslagen und Entwicklungsstufen der Frauen immer wieder neu bereichert.

Natürlich haben Sylvie und ich schon wieder viele neue Ideen und Inspirationen durch Frauen erhalten, die gerne in einem hübschen Design verpackt (gell, Sylvie…) an die Oberfläche wollen.

Aber das ist kein Fast-Journalismus. Das sind Themen, die beständig sind und bleiben. Und zur Nachhaltigkeit gehört auch, dass wir auf uns selbst achten. Mindful Women ist bisher ein rein ehrenamtliches Projekt, in dem wir alles das teilen, was uns wichtig ist und was aus unserer Sicht die Welt bereichert.

Auch mit der Ressource „Ich“ gehen Sylvie und ich sehr bewusst um. Daher ist es ein ständiger Balanceakt zwischen Inspiration und Ausatmen. Uns kitzelt es ganz gewaltig. Mal sehen, ob dieses Jahr noch ein Magazin erscheint.

Was möchtest du noch sagen, was wir nicht gefragt haben?

Sylvie hat das so schön formuliert, dass ich es nicht besser könnte: „Girl power is the best power. After sun energy, wind energy and water power.“

Noch mehr Informationen zu Stina Spiegelberg und Mindful Women findest du hier

www.stinaspiegelberg.com
www.mindful-women.com
Instagram: @mindfulwomen_com, @stinaspiegelberg, @misssinterpreted

Vielen Dank für das Interview!