Neueröffnung Zero-Waste Laden „Der Sache wegen“ in Berlin

© Andreas Domma / Berliner Photoart

Kurz vor Weihnachten hat in Berlin Prenzlauer Berg ein neuer Laden eröffnet, auf den sich sehr viele Hauptstädter riesig gefreut haben. Das neue Geschäft heißt „Der Sache wegen“ und ist mehr als nur ein weiterer Shop im Prenzlauer Berg. Dort gibt es viel mehr als der klassische Supermarkt zu bieten hat oder besser gesagt: viel weniger.

Alle Waren, die ihr dort kaufen könnt, sind unverpackt und können lose abgewogen, in Gläser oder Beutel gefüllt und so mit nach Hause genommen werden. Da wir seit einiger Zeit versuchen, zumindest Low-Waste zu leben, sind wir nun total begeistert vom Sortiment im neuen Zero-Waste-Laden.

Das Konzept von „Der Sache wegen“ ist eine Mischung aus verschiedenen Einzelhandelskonzepten wie unverpackt Laden, Biomarkt, regionaler Wochenmarkt und Weltladen. Hinzu kommt der Anspruch auf Plastik und Palmöl zu verzichten. Fast alle Produkte sind plastikfrei, palmölfrei, bio, regional, fair, bewusst und tierleidfrei oder entsprechen der derzeit ökologischsten Alternative. Damit wollen wir den Kunden einen nachhaltigen Einkauf ermöglichen und übernehmen als Einzelhandel die Verantwortung für Mensch und Umwelt, durch eine ausgewählte Produktpalette.

„Der Sache wegen“ in Berlin Prenzlauer Berg

© Andreas Domma / Berliner Photoart

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Wir sind ganz glücklich über das Interview, dass wir mit den beiden Inhaberinnen Sima und Christiane führen durften:

Was hat euch dazu motiviert euren Laden zu eröffnen? Woher stammt die Idee?

Es gab nicht den einen Moment, in dem die Idee entstanden ist. Es waren viele kleine Unzufriedenheiten: zum Beispiel Plastik, der überall verramscht wird; dazu die Zero-Waste Bewegung, die gerade anfing sich zu etablieren; das Greenwashing und einige fragwürdige Zustände hinter den Kulissen von Biomarktketten (wir haben selbst dort gearbeitet); das ständige Gerede über Palmöl und die Auswirkungen, aber niemand macht etwas aktiv (ich hab selbst Biologie studiert und das war meine Triebkraft seit Jahren in den Umweltschutz zu gehen); die Verantwortungslosigkeit der Einzelhandelsketten, die unüberlegt alle Sachen verkaufen egal mit welchem Hintergrund und, und, und, … all dies führte zu dem Satz „dann mach ich halt meinen eigenen Laden auf“. Da ich gerade kurz vorm Abschluss des Studiums stand, hat das sogar ziemlich gut reingepasst.

Was möchtet ihr mit eurem Laden erreichen?

Dem Kunden die Produkte kompakt in einem Laden anzubieten, die am nachhaltigsten sind. Ich denke, dass die riesigen langen Regalreihen in den Supermärkten völlig überflüssig sind, den Leuten unser wichtigstes Gut nämlich ZEIT stehlen, weil man ständig Dinge suchen muss oder bei den 10 verschiedenen Herstellern mit jeweils 20 verschiedenen Produkten von ein und demselben Artikel schlicht den Überblick verliert. Der Einzelhandel müsste bei den Themen Verantwortung für Umweltschutz und faire Verhältnisse für Erzeuger und Hersteller eine Schlüsselrolle spielen. Das würde allerdings bedeuten, das 90 % der Produkte aus den Regalen verschwinden würden. Das Experiment haben wir jetzt mal ausprobiert.

Seid ihr privat auch Zero-Waster ? Stellt ihr zum Beispiel selber Pflanzenmilch, Aufstriche oder Naturkosmetik her? Wenn ja, habt ihr da einen Tipp für unsere Leser?

Grundsätzlich hat jeder seine Leidenschaften bei uns: Sima probiert gerne Naturkosmetiken aus zum selber machen und hat voll gute Suppen und Kuchen auf Lager aus der Resteküche mit regionalen Zutaten. Ich bin eher bei Pflanzenmilch, Sojajoghurt und Aufstrichen dabei und probier mich mega gern beim Kochen mit natürlich unverpacktem saisonalem Gemüse aus.

Bei Tipps fällt mir spontan nur mein Lieblingsrezept ein:Sauerkraut-Auflauf! Zwiebeln, Pilze, Möhren, geräucherten Tofu anbraten und zum Schluss noch Sauerkraut dazugeben und würzen nach Gusto (kann man alles regional kaufen). Nebenbei ein paar Tagliatelle kochen. Zum Schluss beide Sachen schichtweise in eine Auflaufform geben und mit selbst gemachtem Cashewkäse bestreuen, noch mal würzen und 20 Minuten in den Ofen, um den Käse zu „überbacken“.

Was sind eure Lieblingsprodukte in eurem Laden?

Nussmus aus der Nussmusmaschine! Außerdem die handgemachten Rohkost Cracker aus einer Manufaktur um die Ecke (Superfran).

Welche Zukunft wünscht ihr euch für „Der Sache wegen“?

Dass wir die Leute mit dem Laden begeistern können und wieder ein Stück entspanntes Einkaufen und Einkaufen mit Charme, Persönlichkeit und echtem Umweltschutz und möglichst fairen Bedingungen für die Produzenten unserer Produkte etablieren können.

Vielen herzlichen Dank für das Interview. Wir wünschen „Der Sache wegen“ viel Erfolg!


„Der Sache wegen“
Lychener Str. 47
10437 Berlin
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 12-20 Uhr

Social Media:
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