Vegan Fashion: Die perfekten veganen Material-Zwillinge

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Im letzten Post zu Vegan Fashion haben wir euch bereits eine kleine Hilfestellung gegeben, auf welche Materialen ihr als Veganer besser verzichten solltet. Und haben euch gute Alternativen für die einzelnen Kleidungsstücke und Materialien verraten.

Aber gerade echte Fashionistas möchten eben statt einer Lederhose keine Jeanshose und deshalb stellen wir euch heute zu beliebten Materialien die perfekte tierleidfreie Variante vor. Ab jetzt gibt es keine Ausreden mehr, sich nicht für vegane Mode zu entscheiden!

Vegane Alternativen zu klassischen Materialien

Kunstfell statt Fell

Darum ist Fell ein No-Go:

Fell ist aufgrund seiner Herstellungsweise und Herkunft selbst für viele Nicht-Veganer nicht tragbar. Etwa 85 Millionen Tiere werden jedes Jahr oft unter schlimmen Bedingungen gezüchtet und getötet, zusammen mit Tieren in freier Wildbahn sind es ca. 100 Millionen. Ein Drittel der Felle weltweit wird in China produziert – auch für den deutschen Markt, obwohl wohl bekannt ist, dass dort und andernorts Tiere teilweise sogar bei lebendigem Leib gehäutet werden.
Außerdem sind Felle außergewöhnlich mit Schadstoffen belastet, die auch für die Verbraucher gefährlich sein können.

Das verbirgt sich hinter Kunstfell:

Kunstfell wird aus Kunstfasern hergestellt und sieht täuschend echt aus. Eine tolle Alternative zu echtem Fell, besonders im Winter.
Aber Vorsicht: Inzwischen kommen immer mehr Fälle ans Licht, bei denen echte Pelze als Kunstfell deklariert wurden. Deshalb informiere dich immer ganz genau, woher das Kunstfell stammt, bevor du es kaufst.
Mit etwas Übung erkennst du Kunstpelz auch an seinen Eigenschaften:
Grundsätzlich fühlt sich Kunstfell eher trocken an und echter Pelz eher weicher und kälter. Echter Pelz hat zudem oft ein sehr flaumiges Unterfell, während bei Kunstpelz alle Haare gleich lang und starrer sind.

 

Lederimitat statt Leder:

Darum ist Leder ein No-Go für Veganer:

Im Gegensatz zu Fell ist gerade Nicht-Veganern merkwürdigerweise oft nicht bewusst, dass für Leder Tiere sterben müssen. Aber Leder gehört zum Beispiel als Schuhe, Tasche oder Gürtel einfach für viele total selbstverständlich zum Alltag.

Für Veganer und Menschen, die sich tierleidfrei kleiden möchten, kommt Leder natürlich auf keinen Fall infrage.

Das verbirgt sich hinter Lederimitat:

Dafür sieht Lederimitat, das auch „veganes Leder“ genannt wird, inzwischen täuschend echt aus und ist fast oder genauso langlebig wie echtes Leder. Meist wird es aus PU, also Polyurethan oder aus PVC hergestellt.
Dennoch solltest du dich lieber für Polyurethan entscheiden, denn PVC enthält die toxische Chemikalie Chlor. Polyurethan lässt sich leider auch noch nicht sehr umweltverträglich herstellen, aber wenigstens kann es chlorfrei produziert und vor allem ohne Tierleid hergestellt werden.

 

Sojaseide statt Seide:

Darum ist Seide ein No-Go:

Seide entsteht, indem sich Seidenraupen in Kokons aus Seidenfasern einweben. Damit glatte Seide hergestellt werden kann, dürfen die Seidenraupen die Kokons nicht, wie es ihr Lebenskreislauf vorsieht, aufbrechen. Um das zu verhindern, werden sie lebendig in kochendem Wasser verbrüht. Ungefähr 2.500 Raupen sterben so beispielsweise für ein einziges Damen-Oberteil.

Das verbirgt sich hinter Sojaseide:

Bei der Herstellung von Sojaprodukten fallen automatisch Sojafasern an, die zu einem Seide sehr ähnlichen Stoff verarbeitet werden können.

Übrigens sind auch Bambus, Ramie und Tencel eine sehr gute Alternative zur klassischen Seide – da sie die Haut ähnlich kühlen und über einen seidigen Schimmer verfügen.

 

Vegane Wolle statt klassischer Wolle:

Darum ist Wolle ein No-Go:

Weit verbreitet ist der Irrtum, dass für Merino-Wolle, Angora- und Kaschmir-Haare und Co. kein Tier leiden muss, da sie nur geschert werden. Allerdings werden Merino-Schafe, Angora-Hasen und andere Tiere meist in Massentierhaltung gehalten und dort teils systematisch misshandelt. Ein Stichwort ist das sogenannte „Mulesing“ von Schafen, um dem Fellbefall durch Fliegenmaden vorzubeugen. Schafen wird dabei ohne Narkose der Schwanz ab- und das umliegende Fell mit Fleisch tellergroß herausgeschnitten.

Wenn die Tiere einmal nicht mehr genug Wolle produzieren, werden sie beispielsweise von Australien aus in Millionenanzahl im Jahr in den Nahen Osten zur Schlachtung verschifft.

Das verbirgt sich hinter veganer Wolle:

Vegane Wolle hat eine ähnliche Struktur wie klassische Wolle, besteht aber aus rein pflanzlichen und synthetischen, aufgerauten Fasern – zum Beispiel aus 50 Prozent Baumwolle und 50 Prozent Polyacryl.

Grundsätzlich gilt für Alternativen aus Kunstfaser:

Sie sind tierleidfrei hergestellt worden, was ein großer Pluspunkt ist. Dennoch belasten sie die Umwelt und sollten daher auch so oft wie möglich ersetzt werden.