Vegane Alternativen zu Eiern – gibt es das? Mit Rezept für veganes Rührei

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Eine ganze Reihe tierischer Produkte bekommt man inzwischen in einer rein pflanzlichen Variante, die der tierischen verblüffend ähnlich ist. Deshalb kommt jetzt erst mal eine schlechte Nachricht: Vegane Eier gibt es (noch) nicht! Denn wie soll man die auch kopieren?

Aber wer weiß, was in Zukunft noch alles von findigen Ernährungswissenschaftlern entwickelt wird. Bis dahin müssen Veganer eben auf das klassische gekochte Ei verzichten.

Spiegeleier hat übrigens schon so mancher Veganer versucht „nachzubauen“. Das soll mit Produkten wie „MyEy“ tatsächlich möglich sein. Überhaupt gibt es immer mehr Ei-Ersatzprodukte im Laden zu kaufen, teilweise findet ihr schon Varianten speziell für den Ersatz von Eiweiß oder Eigelb sogar in den Regalen. Hier passiert also in letzter Zeit schon sehr viel.

Längst ein großer Hit in der veganen Küche ist das sogenannte „Rührtofu“, welches einem Rührei in Geschmack und Konsistenz sehr ähnelt.

Rezept gefällig? Bitteschön:

Rezept: veganes Rührei

(Rezept aus „Vegan Guide“ von Patrick Bolk)

Zutaten für 2 Personen:

  • 1 Block Naturtofu (200 g)
  • 3-4 Frühlingszwiebeln (oder Zwiebeln)
  • 2-3 EL neutrales Öl zum Anbraten
  • 1-2 TL Kurkuma
  • 1 TL Kala Namak
  • zum Abschmecken: Salz, Pfeffer, Paprikagewürz
  • etwas Pflanzendrink (Soja-, Hafer- oder Dinkelmilch)
  • 1 Schuss Sojasoße

Zubereitung des veganen Rühreis:

  1. Naturtofu aus der Packung nehmen, ordentlich auspressen und beiseitelegen.
  2. Frühlingszwiebeln waschen und klein schneiden.
  3. In einer beschichteten Pfanne das Öl erhitzen. Den Tofu mit den Händen zerbröseln, in die Pfanne geben und so lange anbraten, bis der gewünschte Bräunungsgrad erreicht ist.
  4. Als Nächstes das Kurkumapulver und die anderen Gewürze hinzugeben und verrühren.
  5. Danach einen Schuss ungesüßten Pflanzendrink und etwas Sojasoße hinzugeben.
  6. Zum Schluss noch die Frühlingszwiebeln hinzugeben und so lange weiter anbraten, bis beides nicht mehr ganz so bissfest ist.

Geniales Ei-Aroma: Was ist Kala Namak?

Während Kurkuma für die gelbliche Färbung sorgt, bekommt ihr den verblüffend authentischen Ei-Geschmack durch die Verwendung von Kala Namak hin. Kala Namak ist ein Schwefelsalz aus Indien, dessen Geruch eben sehr an Ei erinnert, und damit auch für den Ei-ähnlichen Geschmack sorgt. Macht doch mal den Test: Legt ein paar Scheiben Avocado auf eine Scheibe Brot oder eine Brötchenhälfte, dann streut Kala Namak darüber. Nun schließt die Augen und nehmt einen Bissen. Wonach schmeckt das? Verblüffend, oder?

Ei-Ersatz für klassische Gerichte

In Gerichten, in die Ei normalerweise als Zugabe hineinkommt, kann man oft einfach durch einen 1:1-Austausch sorgen, in dem man Naturtofu verwendet, zum Beispiel in einem Kartoffelsalat.

Und überall dort, wo Ei als Zutat verwendet wird, vor allem beim Backen, habt ihr zahlreiche Möglichkeiten, einen ähnlichen Effekt zu erzielen. Nicht selten werden Eier für die Bindung (zum Beispiel in einem Teig) verwendet, doch das kann man auch mit natürlichen veganen Zutaten wie geschroteten Leinsamen, Pfeilwurzelstärke, Agar-Agar, Johannisbrotkernmehl oder Seidentofu hinbekommen. Für süße Backerzeugnisse eignen sich auch Bananen oder Apfelmus super als Bindemittel. Man braucht tatsächlich kein Ei, um Kekse oder gar mehrstöckige Torten zu backen.

6 Beispiele: Wie ersetzt ihr 1 Ei?

  1. 2 EL geschrotete Leinsamen + 3 EL Wasser
  2. 1 TL Ei-Ersatzpulver + 40 ml Wasser
  3. 1 EL Sojamehl + 2 EL Wasser
  4. 60 Gramm Seidentofu
  5. 1/2 reife Banane
  6. 1 EL Apfelmus
  7. etc.

Die Möglichkeiten Ei in veganen Gerichten zu ersetzen sind wirklich vielfältig, und es kommt natürlich auch darauf an, was für eine Funktion der Ei-Ersatz erfüllen soll: Soll er bei der Bindung helfen? Oder soll er den Teig auflockern? Wird es ein süßes Backwerk oder etwas Deftigeres?

Bei den genannten Alternativen ist es also nicht so schwer, auf Eier zu verzichten. Aus gesundheitlicher Sicht sind Eier übrigens auch nicht uneingeschränkt zu empfehlen – denn Eier sind echte Cholesterinbomben, und gute Proteinquellen finden wir haufenweise in der Pflanzenwelt.

Zudem enthalten Eier vor allem gesättigte Fettsäuren – und wenn ihr euch näher mit der Eier-Produktion beschäftigt, vergeht euch eh der Appetit auf Eier. Aus gesundheitlicher Sicht seid ihr jedenfalls nicht auf Eier angewiesen und fast alle eierlastigen Rezepte funktionieren eben auch mit Ei-Alternativen prima: vom Rührtofu über Pfannkuchen bis hin zum Baiser, das ihr aus dem stärkehaltigen Abtropfwasser von Kichererbsen ganz einfach herstellen könnt.

Eischnee mit Ei-Ersatz herstellen

Tatsächlich lässt sich das Abtropfwasser aus einem Kichererbsen-Glas aufschlagen wie Eischnee. „Aquafaba“ nennt man diese Flüssigkeit, die aktuell ein großer Hit in der veganen Szene ist: Denn man kann diese wie Eiklar verwenden und daraus vegane Mayonnaise, Butter, Käse oder auch Macarones herstellen kann. Unglaublich, aber wahr! Wer braucht da noch Eier?

Zum Abschluss nun noch ein Rezept für einen veganen Eiersalat.

Rezept: Veganer Eiersalat

(Rezept ebenfalls aus „Vegan Guide“ von Patrick Bolk)

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 kleiner Naturtofu (200 g)
  • ½ Dose Kichererbsen (200 g)
  • 150 g vegane Mayonnaise
  • 3 große Gewürzgurken
  • ½ Bund Schnittlauch
  • gemahlene Kurkuma
  • Kala Namak
  • 8 Romanasalatblätter
  • 8 Scheiben Vollkorntoast oder Brotscheiben nach Wahl

Zubereitung des Eiersalats:

  1. Den Naturtofu grob in eine Schale bröckeln. Kichererbsen in ein Sieb geben, abbrausen und gut abtropfen lassen. Zum Tofu geben und beides mit einer Gabel zerdrücken, sodass eine homogene Masse entsteht.
  2. Die Mayonnaise zur Kichererbsenmasse geben und alles gut verrühren. Gewürzgurken fein würfeln und unterheben. Schnittlauch waschen, trockenschütteln und in Röllchen schneiden. Ebenfalls unterheben. Mit Kurkuma und Kala Namak würzen.
  3. Romanasalat waschen und trocken tupfen. Auf 4 Scheiben Brot jeweils 2 Blätter Salat legen. Den »Eiersalat« darauf verteilen und die Brote mit den restlichen Brotscheiben bedecken.

Diesen „Eiersalat“ kann man hervorragend als Brotaufstrich zum nächsten Brunch mitnehmen. Nicht-Veganern am besten nichts sagen und die Reaktion abwarten. 😉

Veganes Rhrei