Vegane Kosmetik: Was ist zu beachten?

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Die Haut ist mit etwa 2 Quadratmetern das größte Sinnesorgan des Menschen. Über die Haut nehmen wir Umwelteinflüsse, Temperatur und Schmerz wahr – darüber hinaus ist sie ein Spiegel unserer Ernährung und Pflege. Deshalb werden wir oft gefragt, was man als Veganer bei Kosmetik- oder Pflegeprodukten beachten sollte.

Erster Schritt: nicht-vegane Kosmetik erkennen

Zwei Fragen, die wir uns stellen müssen:

  • Sind in dem Produkt tierische Inhaltsstoffe enthalten?
  • Wurden zur Entwicklung und Herstellung des Produktes Tierversuche durchgeführt?

Selbst das Studieren der Inhaltsstoffe schützt nicht immer vor „versteckten“ tierischen Inhalten. Wer weiß schon, dass zum Beispiel Keratin aus gemahlenen Tierhufen bestehen kann? Kryptische Begriffe wie Chitin oder Lanolin klingen im ersten Moment unverdächtig, doch was genau dahinter steckt, weiß niemand auf den ersten Blick.

Vegane & tierleidfreie Kosmetik: Prüfsiegel helfen

Wenn ihr sichergehen wollt, ob ein Produkt vegan und tierversuchsfrei ist, solltet ihr beim Kauf auf folgende Siegel achten:

Tierleidfreie Naturkosmetik

BDIH Prüfzeichen für kontrollierte Naturkosmetik

Dieses Siegel berücksichtigt ökologische, gesundheitliche und soziale Aspekte. Die Kriterien beziehen sich auf die eingesetzten Rohstoffe, den Herstellungsprozess und die Endprodukte. Synthetische Substanzen wie Paraffine, Silikonöle, synthetische Farb- und Duftstoffe sind nicht zugelassen.

Leaping Bunny

Das internationale Qualitätssiegel des „springenden Hasen“ stellt die erste internationale Initiative für tierversuchsfreie Kosmetik dar. Es zeichnet Kosmetik- und Haushaltsprodukte aus, die ohne Tests an Tieren hergestellt werden. Initiiert wurde das Siegel von der nordamerikanischen „Organisation Coalition for Consumer Information on Cosmetics“ (CCIC).

NaTrue

NaTrue ist eine internationale Naturkosmetikvertretung, die das Siegel in drei Kategorien vergibt: Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bio-Anteil, und Biokosmetik (die unterste Stufe entspricht in etwa den Kriterien des BDIH). Alle NaTrue-Produkte gehen mit ihren Vergaberichtlinien über den gesetzlichen Anspruch an Kosmetik hinaus.

IHTK

Die Richtlinien für das Warenzeichen „Hase mit der schützenden Hand“ wurden vom Deutschen Tierschutzbund zusammen mit dem internationalen Herstellerverband gegen Tierversuche in der Kosmetik e.V. (IHTK e.V.) entwickelt. Die dort aufgestellten Standards gehen über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus und berücksichtigen sowohl die Gewinnung und Erstellung der Inhaltsstoffe als auch des Endproduktes.

Achtung:

Kosmetikprodukte, die mit den eben vorgestellten Siegeln ausgezeichnet wurden, wurden ohne Tierversuche entwickelt und produziert. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese auch vegan sind, denn die Verwendung von tierischen Produkten wie Milch oder Honig ist hier erlaubt.

Das vegane Prüfsiegel für Kosmetik:

Die Veganblume

Möchtet ihr ganz sicher gehen, wirklich vegane Kosmetik zu kaufen, solltet ihr auf die „Veganblume“ achten. Dieses Siegel kennzeichnet unter anderem Kosmetikprodukte, die keine tierischen Substanzen enthalten. Die „Veganblume“ garantiert, dass der Hersteller selbst keine Tierversuche durchgeführt hat, und dass in dessen Namen keine Tierversuche durch Dritte durchgeführt wurden.

Tierversuche? Nein danke – lieber vegane Kosmetik!

Tierversuche sind grausam und wissenschaftlich ungenau – trotzdem stirbt alle 3 Sekunden ein Tier in einem europäischen Versuchslabor. Eine Liste über Firmen, deren Kosmetik ohne Tierversuche auskommt, führt beispielsweise PETA. Übrigens: Seit dem 11. März 2013 muss jedes internationale Unternehmen, das seine Körperpflege-Produkte in der EU vermarkten möchte, künftig von Tierversuchen – sowohl für die Endprodukte als auch ihre Inhaltsstoffe – absehen!

Wo bekommen wir vegane und tierversuchsfreie Kosmetik?

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Ob es sich um Zahncreme, Haarshampoo oder Make-up handelt – es gibt mittlerweile für jeden Wunsch und jeden Geldbeutel ein wunderbares und tierleidfreies Produkt. Im „echten“ Leben findet ihr in jeder Stadt Bioläden, Filialen der großen Bioladenketten oder Supermärkte mit gut sortiertem „Öko-Bereich“, die ein umfangreiches Kosmetik-Sortiment führen. Oft sind dort Marken wie „Lavera“ oder „Weleda“ erhältlich. Im Naturkosmetikladen, Reformhaus oder in der Apotheke einzukaufen ist auch empfehlenswert, da dort Produkte von „Dr. Hauschka“ verkauft werden. Preiswert und gut sind die Serien „Alverde“ von dm und „Alterra“ von Rossmann. Achtet trotzdem immer auf die vegane Kennzeichnung! Für Herren bietet die Firma „Bulldog“ ein komplett veganes Sortiment an, welches zum Beispiel bei Rewe erhältlich ist.

Natürlich gibt es auch online alles, was das vegane Herz begehrt. Hier nur einige unserer Favoriten:

GREENGLAM
AMAZINGLY
ALLES-VEGETARISCH.DE
alva
ECCO Verde
i+m NATURKOSMETIK BERLIN
lavera NATURKOSMETIK
LUSH
PETA Store

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