Was sind Lupinen? Die wichtigsten Infos zu diesem genialen Lebensmittel!

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Wer von euch hat schon einmal von „der Lupine“ gehört?

Wir geben zu, wir haben „die Lupine“ auch erst vor Kurzem kennengelernt, nachdem wir erfahren haben, wie gesund sie sind.

Tatsächlich reicht die Geschichte der Lupine bis in die Zeit der alten Ägypter und Griechen zurück. Beide Völker nutzten die Lupinensamen bereits als hochwertiges Nahrungsmittel. Schon Hippokrates (460 – 370 v. Chr.) hat über den Anbau der Pflanze in seinen Schriften gesprochen. Viele Jahre später erwähnte die Universalgelehrte Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert die Lupine und setzte sie in verschiedenen Rezepturen zur Behandlung von Krankheiten ein. Von da an trat die Lupine auch in Mitteleuropa in Erscheinung.

Lupinen getrocknet

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Früher aßen die Menschen noch mehrmals in der Woche Hülsenfrüchte, denn diese waren wichtige Proteinlieferanten und preiswerter als Fleischprodukte. Gerade in Kriegszeiten wurde klassisches Brot mit Lupinen angereichert, um den Eiweißanteil zu erhöhen.

Wie bereits erwähnt, existiert die Lupine schon sehr, sehr lange und gehört zu der Familie der Hülsenfrüchte. Etwas „neuer“ hingegen sind die Süßlupinen. Der Name der Süßlupine rührt nicht von einem süßlichen Geschmack, sondern geht auf die Herauszüchtung der Bitterstoffe aus der Lupine zurück. Als Süßlupine gilt die Pflanze, wenn sie weniger als 0,04 Prozent Gesamtalkaloid besitzt.

What? Alkaloide? In Lupinen?

Alkaloide sind Verbindungen, die hauptsächlich in Pflanzen vorkommen. Die Alkaloide übernehmen eine wichtige Rolle bei der Entsorgung und Speicherung von überflüssigem Stickstoff. Früher mussten diese Stoffe aufwendig und über mehrere Tage aus der Lupine ausgewaschen werden, um diese genießbar zu machen. Bei diesem Prozess gingen natürlich auch viele Nährstoffe verloren. Heute sind nur die neueren Sorten der Süßlupine ohne Entbitterung genießbar, da sie für die Lebensmittelnutzung einen Alkaloidwert von unter 0,05 bis 0,02 Prozent haben. Die essbaren Teile der Lupine sind übrigens die Samen. Diese werden auch: Lupinenkorn, Lupinenkerne oder Lupinenbohne genannt.

Die Lupine – ein kurzer Steckbrief:

  • gentechnikfreier Anbau aus Deutschland
  • hoher Eiweißgehalt von 35 bis 45 Prozent
  • enthält alle acht essenziellen Aminosäuren (u.a. Lysin)
  • Anteil von 85 Prozent der gesunden, ungesättigten Fettsäuren am Gesamtfett
  • geeignet für eine basische Ernährung
  • glutenfrei, laktosefrei, cholesterinfrei
  • Ballaststoffanteil von 15 Prozent
  • enthält u. a. die Vitamine B1, A und Kalium, Kalzium und Magnesium

 

Experten-Kommentar:
Christian Wenzel

Christian Wenzel, Experte für vegane Fitnessernährung:

Die weiße Süßlupine enthält einen außerordentlich hohen Eiweißanteil, der bis zu 40% und mehr betragen kann. Damit gehört sie zu den eiweißreichsten Kulturpflanzen unserer Region.

Zudem enthält die Süßlupine beträchtliche Mengen an Ballaststoffen, welche für eine gesunde Verdauung unverzichtbar sind und zudem noch schön sättigend wirken. Auch und vor allem kulinarisch hat die Pflanze viel zu bieten. So werden die in Salzlake eingelegten Kerne gerne als gesunder Snack genommen und Lupinenmehl und Lupinenflocken schmecken sehr lecker mit einem Hauch süßlich-nussigen Aroma.

 

Blau, weiß oder gelb?

Sicher habt ihr die schöne Lupine auch schon mal am Wegesrand gesehen, ohne zu wissen, dass dahinter ein tolles Lebensmittel steckt. In Mitteleuropa gibt es drei wesentliche Süßlupinenarten: die Gelbe Lupine (Lupinus luteus), die Blaue oder Schmalblättrige Lupine (Lupinus angustifolius) und die Weiße Lupine (Lupinus albus).

Lupinen gelb und blau© Mollynz / Fotolia

In Deutschland gibt es die eingelegten und aufgequollenen Kerne in gut sortieren Bio-Supermärkten. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Lupinen-Fertigprodukte, wie z.B. Burger, Steaks oder Aufstriche. Für die Fertigprodukte wird in der Regel der ganze Samen verwendet, so dass Vielzahl der wertvollen Inhaltsstoffe enthalten bleibt.

Unser Tipp: Probiert doch einmal Lupinen-Kaffee aus!